IFC lässt seinen Anwendern viele Freiheiten und Interpretationsfreiräume. Dabei schleichen sich leicht Fehler/Missinterpretationen/Ungenauigkeiten/Unschönheiten ein, die dem Import in DIALux evo, und damit dem Planer, Probleme bereiten. Diese Seite hilft dem Anwender bei der Konstruktion, um beim Export und beim Import gute Voraussetzungen für eine Bearbeitung mit DIALux evo zu schaffen.


Allgemein

  • Logische Strukturen
    • DIALux evo 7 setzt mindestens ein Gebäude mit Etage und Wänden voraus. Ohne (logisches) Gebäude wird der Import abgebrochen.
    • IFC bietet Topologische Informationen und DIALux evo verlässt sich für seine Navigation darauf. Natürlich KANN man verschiedene Baugruppen in verschiedene Etagen legen, um diese via Etagen-Umschaltung ein- und auszublenden. Für die Navigation und Ausgabe von evo ist dies jedoch nicht sehr nützlich.


Konstruktion

Diese Punkte beziehen sich weniger auf DIALux, als vielmehr auf diejenigen CAD-Programme, in denen konstruiert wird. Viele dieser Programme vermeiden bestimmt einige der hier aufgeführten Fehlerquellen, aber leider nicht alle. 

Hierauf sollte der Planer achten:

  • Sauber konstruieren
    BIM bedeutet (auch) virtuelles Konstruieren und erfordert ein genau so hohes Maß an Genauigkeit, wie es später bei der realen Konstruktion der Fall ist. Das bedeutet:
    • Wenn zwischen zwei Wänden ein Spalt ist, dann ist da ein Spalt.
    • Wenn ein Bauteil in einer Mauer platziert wird, dann steckt es in der Mauer.
    • Wenn ein Fenster um 3mm in eine zweite Wand hineinragt, dann ragt es um 3 mm in die zweite Wand hinein.


Mit "ist doch klar was ich meine" können die wenigsten CAD-Programme etwas anfangen.


Fehler in der Genauigkeit verursachen:

  • Performanceprobleme
  • Probleme bei der Raumerkennung
  • Probleme bei der Rechengenauigkeit
  • Unschöne Visualisierungen
  • Darstellungsprobleme


  • Vollständig konstruieren
    Papier/DWG ist geduldig, BIM weniger. Wenn ein Boden nicht explizit als Objekt vorhanden ist, dann fehlt er in Bezug auf Statik, Materialmenge, Isolation und Standfestigkeit der Bewohner.


  • Fenster mit Löchern
    DIALux platziert automatisch für jedes Fenster ein dazugehöriges, passendes Loch. Andere CAD-Programme tun dies nicht, was aber auch nicht zwangsweise falsch ist. Wenn z.B. eine Rohbau-Betonwand konstruiert wird, hat diese an der vorgesehenen Stelle eine Öffnung, aber noch kein Fenster. Ein Fensterhersteller wiederum liefert ein Fenster, aber ohne passende Gebäudeöffnung! Idealerweise liefert das IFC Loch und Fenster mit Bezug zueinander, so dass bei einer Bearbeitung des Fensters auch das Loch angepasst wird. Haben Öffnung und Fenster keinen Bezug zueinander, wird das Fenster in evo verschoben, ohne dass die Rohbauöffnung angepasst wird.


  • Richtige Objekttypen verwenden
    IFC lässt zu, dass Objekte ohne korrekte Typenbeschreibung und nur mit Ihrer Geometrie verwendet werden, z.B. Toiletten, Aufzüge etc. Diese Objekte haben dann aber keine für die Software erkennbare Funktion und werden bei Anschlüssen und Leistungsberechnung nicht korrekt berücksichtigt. Für DIALux evo ist es z.B. wichtig, dass Fenster auch als Fenster definiert sind (und nicht als Wände oder Möbel), da sonst das Tageslicht nicht berechnet werden kann.


Unterstützte Objekte

Die unterstützten und nicht-unterstützten Objekte kann und muss der Anwender nicht vollständig verstehen. Wer dennoch Bedarf hat kann sich auf der http://www.buildingsmart.de/ Seite die vollständige IFC-Dokumentation ansehen und herunterladen.

Folgende IFC-Objekte werden beim Import berücksichtigt und in DIALux-Objekte umgewandelt:

  • IfcWall
  • IfcStandardWallCase
  • IfcCurtainWall
  • IfcSlab
  • IfcRoof
  • IfcCovering
  • IfcWindow
  • IfcDoor
  • IfcColumn
  • IfcBeam
  • IfcStair
  • IfcStairFlight
  • IfcRailing
  • IfcFooting
  • IfcPlate
  • IfcMember
  • IfcElementAssembly
  • IfcDiscreteAccessory
  • IfcFurnishingElement
  • IfcBuildingElementProxy
  • IfcProject
  • IfcSite
  • IfcBuilding
  • IfcSurfaceStyleRendering
  • IfcSurfaceStyleShading
  • IfcSurfaceStyleLighting
  • IfcSurfaceStyleRefraction


Nicht unterstützte Objekte

Folgende IFC-Objekte werden nicht importiert. Sie erscheinen nach dem Import in DIALux nicht. Wir haben diese Objekte aus Zeitgründen oder weil sie in unseren Augen für die Lichtplanung nicht relevant sind, noch nicht implementiert. Die Liste ist nicht vollständig und wird im Laufe der Zeit ergänzt:

  • IFCFlowTerminal
  • IFCMaterial
  • IfcSurfaceStyleWithTextures
  • IfcExternallyDefinedSurfaceStyle
  • IfcDistributionElement
  • fcVirtualElement


Technisch

Hier finden sich technische Exporteinstellungen, die einige CAD-Programme zulassen.


Diese Export-Einstellungen empfehlen wir für DIALux:

  • Version IFC 2x3 - DIALux importiert z.Zt. nur IFC-Dateien in diesem Format.
  • Geometrie BREP - DIALux bevorzugt Geometrien als BREP (Boundary Representation - Begrenzungsflächenmodell, Beschreibung von Objekten durch ihre begrenzenden Oberflächen). Evo kommt besser mit nicht-triangulierten Oberflächen klar. Die Flächen sollten richtig orientiert sein und ein geschlossenes Volumen bilden, was leider in vielen CAD-Programmen keine Selbstverständlichkeit ist.
  • Mehrschichtige Bauelemente: Diese Bauelemente sollten nicht in einzelne Objekte aufgetrennt werden.
  • Elemente in Solid Element Operationen: Ja, als BREP
  • Elemente mit Verbindungen : Ja, als BREP
  • Decken mit geneigter(n) Seitenflächen(n): Ja, als BREP
  • IFC-Geländeinformationen: Ja, als BREP
  • IFC-Grundstückslage: am Projektursprung


Diese Einstellungen sind zwar möglich, verursachen aber ggf. Performance- oder Schnittprobleme:

  • BREP mit triangulierten Oberflächen (langsamer als nicht-triangulierte BREPS)
  • linear extrudierte Geometrie (Gefahr von Schnittproblemen)
  • Mehrschichtige Bauelemente, aufgetrennt in einzelne Objekte (langsamer, nachträgliche Bearbeitung der einzelnen Elemente nicht möglich)


Diese Einstellungen werden von DIALux nicht unterstützt:

  • Version IFC 4 wird z.Zt. nicht unterstützt
  • rotiert extrudierte Geometrie

 

Performance

Mit dem IFC-Import werden wir uns in Zukunft mit viel größeren Projekten beschäftigen. "Größer" in Bezug auf Dateigröße, Flächenanzahl und verbaute Quadratmeter. Groß muss nicht unbedingt langsam bedeutet, kann es aber. Hier sind ein paar Optimierungen, die der User selbst in der Hand hat:

  • Möbel
    Während das eigentliche Gebäude nur aus 12 bis mehreren hundert Flächen besteht, kann ein einzelnes Möbel oder Dekorationsobjekt schnell aus mehreren zehntausend Flächen bestehen. Der User sollte sich überlegen, ob diese Objekte für die Lichtberechnung relevant sind und ob er sie überhaupt exportieren muss. Ggf. kann er Möbel auch beim Import deselektieren. Alternativ kann nur die Boundingbox exportiert werden. DIALux evo nutzt die Boundingbox (falls vorhanden) als Fallback, wenn die eigentliche Geometrie defekt ist.
  • Ganze Gebäude
    Für die exemplarische Lichtplanung ist nicht immer das ganze Gebäude notwendig. Ggf. reicht es die betroffene Etage zu importieren.