Überblick
Mit der Additive Light Calculation (ALC) führt DIALux evo 14 ein neues Verfahren zur raumweisen Berechnung von Lichtplanungsprojekten ein, um große Projekte effizienter und ressourcenschonender zu berechnen. Statt das gesamte Projekt in einem Durchgang zu verarbeiten, werden Teilbereiche separat berechnet und die Ergebnisse anschließend additiv zusammengeführt.
Grundprinzip
Bei der Additive Light Calculation wird jeder Raum oder Bereich unabhängig berechnet.
DIALux evo speichert das Ergebnis dieser Teilberechnung und fügt es später zum Gesamtergebnis hinzu.
Bereits berechnete Räume behalten ihre Werte, während neue Räume oder Bereiche bei Bedarf ergänzt werden können.
Diese additive Vorgehensweise ermöglicht es, große Projekte bedarfsweise Raum für Raum zu berechnen
Anwendung
Aktivierung in den Berechnungseinstellungen
Die Raum-für-Raum-Berechnung kann in den Berechnungseinstellungen aktiviert werden.
An der Stelle, an der bisher die Kontextberechnung verfügbar war, befindet sich nun die Option „Raum-für-Raum-Berechnung“.
Wenn diese Option aktiviert ist, berechnet DIALux evo beim Start der Berechnung ausschließlich den Raum, der aktuell in der Ansicht zu sehen ist.

Berechnung über das Kontextmenü
Alternativ kann ein Raum auch direkt in der Gebäude- oder Raumansicht berechnet werden.
Über das Kontextmenü (Rechtsklick auf den Raum) steht die Funktion „Raum berechnen“ zur Verfügung.
Dadurch wird nur dieser Raum berechnet.

Verhalten und technische Bedingungen
Lichtaustausch zwischen Räumen
Licht, das zwischen Räumen übertragen wird – beispielsweise durch Fenster, Türen oder andere Öffnungen – wird nicht berücksichtigt.
Jede Raum- oder Bereichsberechnung erfolgt unabhängig, ohne gegenseitige Beeinflussung.
Ausnahme sind Flächen, die zu beiden Räumen gehören, wie Übergänge, Durchbrüche oder Bodenflächen, die nicht durch die Räume getrennt werden.
Überlappende Räume oder Bereiche
Wenn Bereiche sich über mehrere Räume erstrecken, oder Räume und Bereiche überlappen, kann entweder der Raum oder der Bereich berechnet werden.
Das zuletzt berechnete Ergebnis hat dabei Vorrang und ersetzt das vorherige. Grundsätzlich empfehlen wir die Räume zu berechnen, da die Bereiche weniger Bezug zur realen Geometrie haben. Ausnahmen können z.B. Treppenhäuser sein.
Geometrieänderungen
Wenn sich die Geometrie, Bereiche oder lichttechnische Vorgabe des Projekts ändern, verlieren alle zuvor gespeicherten Berechnungsergebnisse ihre Gültigkeit.
DIALux evo bietet in diesem Fall eine Funktion, um alle betroffenen Räume automatisch zu aktualisieren und neu zu berechnen.
Ergebnisanzeige
In den jeweiligen Projektansichten (Raum, Etage, Gebäude oder Gelände) ist jederzeit ersichtlich, welche Räume oder Bereiche bereits berechnet wurden und welche noch ausstehen.
Zusammenfassung
Die Additive Light Calculation (ALC) ermöglicht eine modulare und ressourcenschonende Berechnung in DIALux evo 14.
Sie eignet sich insbesondere für große Projekte mit vielen Räumen, bei denen eine vollständige Berechnung nicht erforderlich ist oder der Planer sich Stück für Stück dem Gesamtergebnis annähert. Die Methode erweitert die bestehenden Planungsmethoden um eine flexible, raumbezogene Arbeitsweise.
Vorteile der ALC-Methode
- Ermöglicht sehr große Projekte schrittweise zu berechnen
- Reduzierung der Speicherlast bei sehr großen Projekten
- Verkürzte Berechnungszeiten bei Teiländerungen
- Möglichkeit zur schrittweisen, nachvollziehbaren Berechnung
Einschränkungen
- Kein Lichtaustausch zwischen Räumen
- Keine gleichzeitige Berechnung überlappender Räume und Bereiche
- Teilberechnungen müssen bei geometrischen Änderungen neu durchgeführt werden.
- Es werden nur Geometrie und Leuchten innerhalb des Bereichs berücksichtigt. Für realistische Ergebnisse wird empfohlen, ganze Räume zu berechnen. Ausnahmen von unserer Empfehlung können Bereiche sein, die z.B. manuell für Treppenhäuser angelegt werden.
